K2-Gipfelerfolg: Nirmal Purjas zehnter 8000er in diesem Jahr

Erfolgreiches Gipfelteam: Lakpa Dendi Sherpa, Lakpa Temba Sherpa, Nirmal Purja, Chhangba Sherpa und Gesman Tamang (v.l.n.r.)

„Wieder einmal hat das ‚Project Possible‘- Team das Unmögliche möglich gemacht, als Ergebnis einer positiven Denkweise mit äußerster Entschlossenheit, Teamarbeit und Führung.“  So wird Nirmal, genannt „Nims“ Purja auf Twitter zitiert, nachdem er heute um 7.50 Uhr Ortszeit in Pakistan mit seinen Begleitern Lakpa Dendi Sherpa und Gesman Tamang aus seinem „Project Possible“-Team sowie Lakpa Temba Sherpa und Chhangba Sherpa aus dem Team des Expeditionsveranstalters „Seven Summit Treks (SST)“ den 8611 Meter hohen Gipfel des K 2 erreicht hatte. Laut SST benötigten die fünf Bergsteiger für ihren Aufstieg „acht Stunden voll zahlloser Anstrengungen“.

Für Nims war es bereits der zehnte Achttausender-Erfolg in diesem Jahr und nach Nanga Parbat, Gasherbrum I und II der vierte im Karakorum innerhalb von drei Wochen. Um auch die zweite Phase seines „Project Possible“ wie geplant bis Ende Juli abzuschließen, fehlt ihm jetzt nur noch der Broad Peak. Und kaum jemand dürfte daran zweifeln, dass er auch diesen Achttausendern „abhaken“ wird.

Auch an Rettungaktionen beteiligt

Nims im Everest-Basislager

Als Nirmal Purja Ende vergangenen Jahres verkündete, er wolle innerhalb von sieben Monaten alle 14 Achttausender besteigen wolle, hielten viele dies für einen PR-Gag des 36 Jahre alten Ex-Soldaten des britischen Gurkha-Regiments. Nims hatte zwar 2017 für Schlagzeilen gesorgt, als er Mount Everest, Lhotse und Makalu innerhalb von fünf Tagen bestiegen hatte. Sonst aber war er ein eher unbeschriebenes Blatt. Doch er belehrte die Zweifler eines Besseren.

Im Frühjahr bestieg Nims innerhalb von vier Wochen sechs Achttausender – auf den Normalrouten, mit Flaschensauerstoff. Am Dhaulagiri gelang ihm und seinem Team unter schwierigen Bedingungen die einzige Besteigung der Saison. Außerdem beteiligte sich Purja nach seinen Gipfelerfolgen an Annapurna und Kangchendzönga noch an Rettungsaktionen. Und selbst eine verspätete Anreise nach Pakistan, weil ihm zwischenzeitlich die Sponsorengelder ausgegangen waren, konnte ihn nicht stoppen.

Weitere Gipfelanwärter in der Warteschleife

K 2

Der Erfolg von Purja und Co. am K 2, der erste in diesem Sommer, war alles andere als selbstverständlich. Wegen zu großer Lawinengefahr war in der vergangenen Woche ein Gipfelvorstoß anderer Bergsteiger auf 8300 Metern gescheitert, oberhalb des so genannten „Flaschenhalses“. Die meisten Teams hatten daraufhin wegen der aus ihrer Sicht zu gefährlichen Bedingungen am Berg ihre Expeditionen für beendet erklärt. Nachdem Nims und Co. nun die Route zum Gipfel eröffnet und auch das letzte Teilstück mit Fixseilen gesichert haben,  werden noch an diesem Mittwoch und am Donnerstag weitere Gipfelerfolge am zweithöchsten Berg der Erde erwartet.

Allein aus dem SST-Team warten noch 17 Bergsteiger in Lager 4, die am 25. Juli zum höchsten Punkt aufsteigen wollen. Darunter sind der Deutsche Herbert Hellmuth, der sich zum dritten Mal nach 2015 und 2016 am K 2 versucht, und der Österreicher Hans Wenzl, der seinen neunten Achttausender ohne Flaschensauerstoff besteigen will.

Update 16 Uhr: Mit dem US-Amerikaner Adrian Ballinger und der Ecuadorianerin Carla Perez haben heute auch zwei Bergsteiger nach eigenen Angaben ohne Flaschensauerstoff den Gipfel des K 2 erreicht. Sie wurden von Esteban „Topo“ Mena aus Ecuador sowie den beiden Nepalesen Pemba Gelje Sherpa und Palden Namgye unterstützt, die mit Atemmaske zum Gipfel aufstiegen. „Wir haben es geschafft. Ich bin in Lager 4. Ich kann es nicht glauben. Mir fließen die Tränen“, schreibt Ballinger auf Instagram.

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