Letzter Versuch am Broad Peak, Höhenkranker am Everest

Denis Urubko am Broad Peak

Die noch verbliebenen drei Winterexpeditionen an den Achttausendern Broad Peak und Mount Everest gehen in die möglicherweise entscheidende Phase. Am 8051 Meter hohen Broad Peak im Karakorum in Pakistan kündigte Denis Urubko gestern via Facebook an, dass er am heutigen Sonntag zu seinem letzten Gipfelversuch aufbrechen werde – solo und ohne Flaschensauerstoff. Er versuche, in einem Zug bis Lager 3 auf rund 7000 Metern aufzusteigen und dann am Montag den Gipfel zu erreichen. Nach der Rückkehr ins Basislager wolle er die Expedition beenden. Der Wetterbericht sagt für den geplanten Gipfeltag Sonne und Windgeschwindigkeiten zwischen 30 und 40 Stundenkilometern voraus.

Vor einer Woche waren seine Teamgefährten Don Bowie und Lotta Hintsa mit dem Hubschrauber aus dem Basislager ausgeflogen worden. „Mit jeder Nacht wurden meine Lungen stärker verstopft, ich musste immer häufiger und heftiger husten“, schrieb Don auf Instagram. In Skardu diagnostizierten die Ärzte bei dem Kanadier eine Lungenentzündung.

Oscar Cardo nach Kathmandu ausgeflogen

Für Oscar Cardo ist die Expedition vorbei

Auch das Team des Spaniers Alex Txikon am Mount Everest ist wegen Krankheit kleiner geworden. Oscar Cardo wurde mit dem Hubschrauber aus Lager 2 auf 6400 Metern abgeholt und nach Kathmandu geflogen. Er habe Symptome der Höhenkrankheit gehabt, ließ Alex auf Facebook wissen. Wie Txikons GPS-Tracker zeigte, stieg er heute in der Lhotseflanke bis auf eine Höhe von knapp 6800 Metern auf und kehrte dann nach Lager 2 zurück. Im Gipfelbereich des Everest werden für morgen Windgeschwindigkeiten nahe 100 km/h erwartet.

Vor zwei Wochen hatte bereits Txikons Teammitglied Jonatan Garcia die Expedition abbrechen müssen, nachdem er im Khumbu-Eisbruch in eine Gletscherspalte gestürzt war und sich Rippenverletzungen zugezogen hatte.

Kobusch: „Sexy ist anders“

Jost Kobusch in Lager 1 am Lho La

Der deutsche Solo-Bergsteiger Jost Kobusch ist derweil von einem weiteren Erkundungsaufstieg zum Everest-Westgrat ins Basislager zurückgekehrt. Er war bis auf eine Höhe von rund 6400 Metern aufgestiegen. Er habe „eine Routenoption in der Westschulter erforscht“, schreibt Jost heute auf Facebook. „Das Ergebnis: ja geht schon, sexy ist aber was anderes… Es gab sehr viel hartes blaues Eis, in einem Gelände, in dem jeder Fehler fatal ist. Da muss es noch eine bessere Option geben.“ Kobusch hatte angekündigt, dass er seine Expedition vor Ende des kalendarischen Winters am 29. Februar abschließen wolle. Es bleiben ihm also noch knapp zwei Wochen.

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