Winterexpeditionen an Broad Peak und Everest: Zurück im Basislager

Broad Peak (mit Schatten des K 2)

Nein, Bergsteiger sind keine normalen Arbeitnehmer – auch wenn der Blick auf die Winterexpeditionen im Himalaya und Karakorum diesen Eindruck erwecken könnte. Pünktlich zum Wochenende sind die Bergsteiger in ihre Basislager zurückgekehrt – jedoch nicht, um einfach nur die Füße hochzulegen, sondern aus anderen Gründen. Am Broad Peak haben Denis Urubko und Don Bowie ihren Gipfelversuch abgebrochen, weil Letztgenannter krank ist. „Wir sind im Basislager. Heute ist das Wetter traumhaft für den Gipfel, aber ich konnte Don nicht alleine lassen“, ließ Denis via Facebook wissen. „Es ging ihm wirklich schlecht. Nun braucht er Ruhe.“ Gestern hatte Urubko mitgeteilt, dass die Route bis auf eine Höhe von 7500 Metern mit Fixseilen gesichert sei: „Uns bleiben noch zwei Wochen. Ich fühle mich gut und werde auf den richtigen Augenblick warten.“

Txikon am Everest aus Lager 2 zurück

Alex Txikon im Khumbu-Eisbruch

Am Mount Everest sind der Spanier Alex Txikon und seine Teamgefährten sowie der deutsche Bergsteiger Jost Kobusch, der solo unterwegs ist, ebenfalls zu ihren Zelten im Basislager zurückgekehrt. Grund hierfür ist das aktuell recht stürmische Wetter am höchsten Berg der Erde. Alex hatte die vergangene Nacht im Western Cwm, dem „Tal des Schweigens“,  verbracht – in Lager 2 auf 6400 Metern. „Wir brachen am Morgen Richtung Lager 3 auf, aber der Wind war zu stark. Wir deponierten Ausrüstung auf 6500 Metern und kehrten dann um“, lässt uns Alex auf Facebook wissen. „Sobald wir zwei Tage gutes Wetter haben, werden wir wieder aufsteigen, mit dem Ziel Lager 4.“ Das liegt auf rund 8000 Metern am Everest-Südsattel.

Kobusch: „Fühle mich besser“

Kobusch beim Felsklettern

Jost Kobusch sah sich nach eigenen Worten noch einmal eine Felskletterpassage auf dem Weg zum Lho La an, dem 6000 Meter hohen Pass am Fuße des Westgrats. Sein zuletzt strapazierter linker Fuß scheint den Belastungstest überstanden zu haben. „Fühle mich wirklich besser – während der letzten Monate hatte ich auch immer wieder Magenprobleme. Die haben sich aber um ungefähr 20 Prozent gebessert. Habe also 20 Prozent mehr Energie“, schrieb Jost gestern auf Facebook. „Viele von euch fragen mich immer wieder, wie es mir geht. Ich bin unglaublich glücklich und dankbar, hier zu sein und dieses Abenteuer leben zu dürfen! Gleichzeitig bin ich auch besorgt wegen der physischen Beschwerden und der Gefahr, in der ich mich zeitweise befinde.“

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2 Antworten auf „Winterexpeditionen an Broad Peak und Everest: Zurück im Basislager“

  1. Hallo, Jochen aus Mainz. War auch schon im Everest Gebiet. Auf den Gipfel muss man nicht. Zustände sind nicht normal, alles Verrückte die sich was beweisen wollen. Ich kann nur Reinhold Messner und Herrn Kammerlander recht geben. Die Zeiten sind vorbei, man sollte sich an der Natur und der gewaltigen Bergwelt erfreuen. Den Zugang zum Everest sollte man sperren. Die Träger verdienen auch anderweitig ihr Geld. Und die großen Unternehmen sollten auf ihren Kosten sitzen bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit wenn der Zugang gesperrt wird. Aber die Menschen schaffen sich ab und übrig bleibt die Natur und profitiert mehr denn je.

    1. Da kann ich Dir nur Recht geben!!! Ich bin auch schon viele Jahre in dieser Region unterwegs gewesen und musste feststellen, dass auch hier alles unternommen wird, um die Berge der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Da werden Treppen über Pässe angelegt, damit auch recht viele Leute drüber kommen. Ob sie körperlich dazu in der Lage sind, spielt keine Rolle mehr. Hauptsache sie kommen und die Kasse klingelt. Das ist schade. Aber wenn der Commerz die Oberhand gewinnt, gerät sehr oft die Vernuft in Hintertreffen.

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