Nepal: Keine Quarantänepflicht mehr für geimpfte Touristen

Ankunft am Flughafen Kathmandu

Einreisende aus dem Ausland, die vollständig gegen COVID-19 geimpft worden sind und zusätzlich einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen können, müssen sich in Nepal nicht mehr in eine einwöchige Hotelquarantäne begeben. Das hat nach Angaben der Zeitung Kathmandu Post die nepalesische Regierung bei der gestrigen Kabinettssitzung beschlossen. Mit anderen Worten: Auch geimpfte Bergsteiger, die in diesem Frühjahr den Mount Everest oder einen anderen Berg in Nepal besteigen wollen, können wieder selbst entscheiden, wann sie sich nach der Ankunft in Kathmandu auf den Weg in die Berge machen.

Regierung will Tourismus ankurbeln

Namche Bazaar im Everestgebiet lebt vom Tourismus

Bisher war die Quarantäne in einem Hotel in Kathmandu für alle ausländischen Touristen verpflichtend. Sie mussten bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Am fünften Tag der Quarantäne mussten sie einen weiteren Test machen. Erst wenn auch dieser negativ ausfiel, durften sie in Nepal weiterreisen.

Mit der Lockerung der Einreisebeschränkungen will die Regierung den Tourismus in dem Himalayastaat ankurbeln. Wegen der Corona-Pandemie war der Markt im vergangenen Jahr eingebrochen. Nur rund 230.000 Touristen waren nach Nepal gereist. Das entsprach etwa einem Fünftel der Besucherzahl 2019. Wegen der weiter andauernden Pandemie kommt der Tourismus nur sehr schleppend in Gang. Im Januar und Februar 2021 wurden jeweils rund 9000 Einreisende aus dem Ausland registriert. Zum Vergleich: Im Januar 2020 waren es etwa 80.000.

2000 Impfdosen als Mitbringsel

Team aus Bahrain mit Impfstoff-Kartons

Die ersten ausländischen Bergsteiger halten sich bereits in Nepal auf – unter anderen das Team der königlichen Garde Bahrains, das in diesem Frühjahr den Mount Everest besteigen will. Das Team wird, wie schon beim Gipfelerfolg am Achttausender Manaslu im vergangenen Herbst, von Scheich Mohamed Hamad Mohamed Al Khalifa angeführt, einem Mitglied der Königsfamilie. Mit im Gepäck hatte das Team 2000 Impfdosen, die für das Dorf Samagaon zu Füßen des Manaslu gedacht waren. Die gut gemeinte Geste sorgte bei der nepalesischen Regierung für Verstimmung, weil die Impfdosen offenkundig nicht ordnungsgemäß angemeldet worden waren.

Vielleicht fühlte sich die Regierung, die den finanzkräftigen Bahrainern im vergangenen Herbst für den Manaslu noch eine Sondergenehmigung ausgestellt hatten, aber auch einmal mehr übergangen. Nach dem Erfolg am Manaslu hatte das Team aus Bahrain wissen lassen, die Behörden in Samagaon hätten einen dort gelegenen 5200 Meter hohen Berg aus Dankbarkeit in „Royal Bahrain Peak“ umbenannt. In Nepal hat eigentlich nur die Regierung das Recht, Gipfel neu zu benennen.