Stau im K2-Gipfelbereich

Lange Schlange am K2-Flaschenhals

Glück gehabt! Verdammt viel Glück! Diesen Eindruck vermittelt ein Video, das Mingma Gyalje Sherpa vom 22. Juli, dem Rekordgipfeltag am K2, in den sozialen Netzwerken veröffentlicht hat (s.u.). Darauf ist eine lange Schlange von Bergsteigerinnen und Bergsteigern am so genannten „Flaschenhals“ zu sehen – über ihnen riesige Eistürme, die jederzeit einstürzen können. Am Freitag vergangener Woche hatten rund 120 Mitglieder kommerzieller Teams (mit Flaschensauerstoff, bis auf einige wenige) den Gipfel des zweithöchsten Bergs der Erde erreicht – so viele wie noch niemals zuvor an einem Tag in der Geschichte des K2.

„Gefürchtetste Stelle“

Der Flaschenhals, eine schmale Rinne auf rund 8200 Metern, ist wegen extremer Lawinengefahr die Schlüsselstelle der Normalroute. Der Klimawandel, der auch am K2 zu höheren Temperaturen geführt hat, sorgt für ein erhöhtes Risiko, dass sich die über der Rinne hängenden Eis- und Schneemassen lösen – wie zum Beispiel im Sommer 2008, als im Gipfelbereich bei einer Serie von Serac-Abbrüchen und Lawinen elf Menschen ums Leben kamen. „Das ist die gefürchtetste Stelle auf dem K2, und wir mussten uns in einer langen Schlange anstellen“, kommentiert Mingma Gyalje sein Video.

Mingma Gyalje Sherpa auf dem Gipfel des K2
Mingma Gyalje Sherpa auf dem Gipfel des K2

Der Chef des Expeditionsveranstalters Imagine Nepal stand an der Spitze eines Teams aus elf Nepalesen und einem Pakistaner, die neun Kunden auf den Gipfel auf 8611 Metern führten. Für Mingma war es sein vierter K2-Gipfelerfolg nach 2014 (ohne Flaschensauerstoff), 2017 (mit Atemmaske) und der ersten Winterbesteigung des Bergs im Jahr 2021 (mit Flaschensauerstoff).

Sein Video der Schlange am K2-Flaschenhals erinnert an das Bild Nirmal Purjas im Frühjahr 2019 vom Stau am Gipfelgrat des Mount Everest. Der zweithöchste Berg der Erde ist dabei, genauso kommerzialisiert zu werden wie der höchste. Mit dem Unterschied, dass der K2 deutlich mehr objektive Gefahren birgt.

Drei weitere Todesfälle

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R.I.P.

In diesem Sommer sind bislang drei Bergsteiger am K2 ums Leben gekommen. Der Afghanie Ali Akbar Sakhi starb – wie berichtet  – offenbar an der Höhenkrankheit. Der Kanadier Richard Cartier und der Australier Matt Eakin stürzten beim Abstieg in den Tod. Sie waren zuvor bis auf rund 7600 Meter aufgestiegen, um sich zu akklimatisieren.

Vom benachbarten Achttausender Broad Peak wird der zweite Todesfall der Saison gemeldet. Der Schotte Gordon Henderson wird seit über einer Woche vermisst, es besteht so gut wie keine Hoffnung mehr, ihn lebend zu finden. Vor drei Wochen war der Pakistaner Sharif Sadpara vom Gipfelgrat tödlich abgestürzt.

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