Winterexpeditionen: Sturm verwüstet Hochlager am K2

K2
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Normalerweise verbreitet Nirmal „Nims“ Purja fast grenzenlosen Optimismus. Nicht so gestern nach der Rückkehr von Lager 2 auf der Abruzzi-Route am K2, dem zweithöchsten Berg der Erde. „Ich bin am Boden zerstört, dass ich diese Nachricht überbringen muss“, schrieb der 37 Jahre alte Nepalese. „Jetzt muss ich alles neu bewerten und neu planen.“

Das Lager auf rund 6700 Metern, so Nims, gleiche einem „Trümmerfeld“, die Zelte seien entweder zerstört oder vom Sturm weggeweht. „Wir haben alles verloren, unsere gesamte Ausrüstung: Schlafsäcke, Schlafmatten, Handschuhe und Fäustlinge sowie Funktionswäsche für den Gipfelversuch, Gleitschirmausrüstung, Kochutensilien und so weiter.“

Warten auf gutes und beständiges Wetter

Mingma Gyalje Sherpa am K2
Mingma Gyalje Sherpa am K2

Mingma Gyalje Sherpa und sein Team haben ihr Lager 2 weiter oben aufgestellt, unterhalb der sogenannten „Schwarzen Pyramide“ und dort ihr Material deponiert. „Ich hoffe, unser Zelt ist noch da und alles drinnen“, ließ der 34-Jährige gestern wissen. „Wenn das Zelt weggeblasen wurde, sind wir hier fertig und können nach Hause fahren.“ Einen Tag später klingt Mingma nicht mehr ganz so pessimistisch: „Wir warten im Basislager auf gutes Wetter. Die Wettervorhersage ändert sich ständig, also werden wir noch einige Tage hier im Basislager bleiben.“

Nirmal Purja und seine Teamgefährten
Nirmal Purja und seine Teamgefährten

Auch Nims scheint seinen Optimismus wiedergefunden zu haben, nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat. „Rückschläge sind im Leben unvermeidlich, besonders wenn man seine Grenzen verschiebt, und sie sollten einen nur stärker machen“, schreibt Purja heute. „Ich bin nur ein bisschen enttäuscht, dass ich ein weiteres Gipfelfenster verpasst habe.  Wie auch immer, der Plan steht noch, der Gipfelversuch wird auf etwas später in der Saison verschoben.“ Jetzt gehe es darum, Ersatzmaterial noch oben zu schaffen und die Route bis nach Lager 4 auf 7600 Metern voranzutreiben.

Der Isländer John Snorri Sigurjonsson, der mit dem pakistanischen Vater-Sohn-Duo Muhammad und Sajid Ali Sadpara unterwegs ist, hofft, dass ihre in Lager 2 deponierte Ausrüstung kein Raub des Sturms wurde. „Wir haben alle unsere Sachen aus dem Zelt geholt, an einem Felsen deponiert und mit Seilen gesichert“, schreibt John auf Instagram. Wahrscheinlich sei die Ausrüstung in schlechtem Zustand – wenn sie überhaupt noch dort sei. Einige Sauerstoffflaschen seien Richtung ABC (vorgeschobenes Basislager) geweht worden.

Neuschnee am Manaslu

Nicht nur der 8611 Meter hohe K2 in Pakistan, sondern auch der 8163 Meter hohe Manaslu in Nepal hat seine Wintermuskeln spielen lassen. Die beiden Nepalesen Tenji Sherpa und Vinayak Jay Malla, die den Berg im Alpinstil besteigen wollen, wühlten sich in der vergangenen Woche durch einen Meter Neuschnee zum Basislager.

Der Italiener Simone Moro und die Spanier Alex Txikon und Inaki Alvarez trafen inzwischen im Dorf Samagaon ein, zu Füßen des Manaslu. Sie haben sich nicht nur eine Winterbesteigung des achthöchsten Bergs der Erde vorgenommen, sondern wollen auch auf den vorgelagerten 7992 Meter hohen Pinnacle East steigen.


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