Anja Blacha nach ihrem Gipfelerfolg am Nanga Parbat: „Emotional bewegender Abstieg“

Anja Blacha

Anja Blacha ist Superwomen“, sagte Wladimir Klitschko vor drei Jahren in seinem Videoblog „Klitschkos Corner“ . Nicht nur der frühere Profi-Boxweltmeister aus der Ukraine war von der deutschen Abenteurerin schwer beeindruckt. Zur Jahreswende 2019/2020 war Anja Blacha mit Skiern – solo und ohne Unterstützung – 1381 Kilometer weit vom Rand der Antarktis bis zum Südpol gewandert. 2019 war sie die erste deutsche Frau, die den Gipfel des K2 erreichte, des zweithöchsten Bergs der Erde. Sie verzichtete dabei auf Flaschensauerstoff. Im selben Sommer stand sie, ebenfalls ohne Atemmaske, auf dem benachbarten Achttausender Broad Peak. Den Mount Everest hat sie – mit zusätzlichem Sauerstoff – sowohl von der tibetischen Nordseite (2017) als auch von der nepalesischen Südseite (2021) aus bestiegen. Bereits 2017 hatte sie ihre Sammlung der „Seven Summits“ komplettiert, der höchsten Berge aller Kontinente.

Am 2. Juli stand Anja nun – wie berichtet – auf dem 8125 Meter hohen Gipfel des Nanga Parbat in Pakistan – ohne Flaschensauerstoff und ohne Sherpa-Begleiter, wie der nepalesische Expeditionsanbieter Seven Summit Treks verkündete. Von einer Solo-Besteigung zu reden, wäre jedoch falsch. Auch die 33 Jahre alte Deutsche nutzte die vorher auf der Normalroute gelegten Fixseile. Nach ihrem Gipfelerfolg habe ich Anja fünf Fragen geschickt. Hier sind ihre Antworten:

Anja, zunächst einmal einen herzlichen Glückwunsch zu deiner Besteigung des Nanga Parbat. Wie waren die Bedingungen am Gipfeltag?

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Jost Kobusch: „Am Gipfel des Denali war ich am Limit“

Jost Kobusch im Messner-Couloir am Denali
Jost Kobusch im Messner-Couloir am Denali

Seine Erschöpfung hört man ihm nicht an. Als ich Jost Kobusch telefonisch in Chamonix erreiche, sprudeln die Worte aus dem 30 Jahre alten deutschen Bergsteiger nur so heraus. Vor knapp zwei Wochen gelang Jost eine Solo-Winterbesteigung des Denali, über das Messner-Couloir, das im Winter noch nie begangen wurde. Mit 6190 Metern ist der Denali, der früher Mount McKinley genannt wurde, der höchste Berg Nordamerikas und damit einer der Seven Summits. Wegen seiner Lage in Alaska, hoch im Norden, gilt er als einer der kältesten Berge der Welt.

In den vergangenen Jahren hatte Kobusch mit seinen Winterversuchen am Mount Everest Schlagzeilen gemacht. Sein Ziel: den höchsten Berg der Erde im Alleingang und ohne Flaschensauerstoff zu besteigen, über die selten begangene Route via Westgrat und Hornbein-Couloir zum Gipfel auf 8849 Metern. Im ersten Anlauf war er im Winter 2019/2020 bis zur Westschulter auf gut 7300 Metern gelangt, im Winter 2021/2022 war wegen des starken Winds auf knapp 6500 Metern Endstation.

Jost, zunächst einmal Glückwunsch zu deiner Winterbesteigung des Denali. Wie fühlst du dich körperlich?

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Tom Matthews nach Everest-Wissenschaftsexpedition: „Ein Gefühl der Demut“

Neue Wetterstation am Bishop Rock nahe dem Gipfel des Mount Everest
Neue Wetterstation am so genannten „Bishop Rock“ nahe dem Gipfel des Mount Everest

Dem Everest-Basislager auf der nepalesischen Südseite des Bergs schmilzt der Boden weg. Deshalb erwägt das Tourismusministerium in Kathmandu, künftig den Standort des Lagers vom Gletscher weg auf eisfreien Untergrund zu verlegen. Angeblich steht das Gelände hinter der letzten bewohnten Siedlung Gorak Shep zur Diskussion, auf rund 5200 Metern Höhe – zu Füßen des beliebten Hügels Kala Patthar (5645 Meter), von dessen höchstem Punkt aus viele Trekkingtouristen den Blick auf den Mount Everest genießen. Auslöser für den möglichen Umzug des Basislagers sind die Auswirkungen des Klimawandels.

„Ich erinnere mich noch gut daran, wie das Küchenpersonal vor nicht allzu vielen Jahren große Eisbrocken sammelte und in riesigen Töpfen kochte, um Wasser zu erlangen. Heutzutage können wir das Wasser direkt vom Khumbu-Gletscher holen“, schreibt Khimlal Gautam im Portal „Everest Chronicle“. Der Landvermesser, der 2011 und 2019 auf dem Everest stand, verbrachte die gesamte zurückliegende Frühjahrssaison im Basislager – als Mitglied jener Kommission des nepalesischen Tourismusministeriums, die jetzt empfahl, das Basislager in tiefere Regionen zu verlegen.

Der britische Klimawissenschaftler Tom Matthews stand in diesem Frühjahr auf dem Gipfel des Mount Everest auf 8849 Metern. Der 35-Jährige montierte mit Teamkollegen der National-Geographic-Wissenschaftsexpedition auf einer Höhe von 8810 Metern eine Wetterstation. Im Frühjahr 2019 hatte Tom bereits eine Station am so genannten „Balkon“ auf 8430 Metern installiert, die aber nur einige Monate überlebt hatte. Matthews hat meine Fragen beantwortet.

Tom, wie war es für dich als Wissenschaftler, auf dem höchsten Punkt der Erde zu stehen?

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David Göttler: „Allein am Gipfel des Mount Everest“

David Göttler auf dem Gipfel des Mount Everest (mit einer Maske, um den Atem zu befeuchten)

Seine Taktik ist voll aufgegangen. „Ich habe immer gesagt, ich brauche ein Jahr mit einem langen Schönwetterfenster“, sagt mir David Göttler, „damit all die anderen Expeditionen schon am Berg waren, bevor ich loslege.“ Wie gestern berichtet, hatte der 43 Jahre alte deutsche Profibergsteiger am Samstag den Gipfel des Mount Everest auf 8849 Metern erreicht: ohne Flaschensauerstoff – und ohne Sherpa-Unterstützung. Bis auf jene, dass auch Göttler die Fixseile nutzte, die ein Sherpa-Team für die kommerziellen Teams gelegt hatte, um die Normalroute zu sichern.

Nach zwei gescheiterten Versuchen in den Jahren 2019 und 2021 stand David nun auf dem höchsten Punkt der Erde. Es war sein sechster Achttausender-Gipfelerfolg ohne Flaschensauerstoff nach Gasherbrum II (2006), Broad Peak (2007), Dhaulagiri (2008), Lhotse (2009) und Makalu (2013). 2017 hatte Göttler mit dem Italiener Hervé Barmasse die Südwand der Shishapangma durchklettert – ehe sie ihren Aufstieg fünf Meter unter dem Gipfel wegen zu hoher Lawinengefahr gestoppt hatten.

An Tag zwei nach seinem Everest-Gipfelerfolg habe ich mit David gesprochen.

Erst einmal einen ganz herzlichen Glückwunsch zu deiner Everest-Besteigung ohne Atemmaske. Wie viele Etappen hatte dein Gipfelvorstoß?

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Hans Wenzl nach dem Annapurna-Erfolg: „Ohne Risiko geht es nicht“

Ziel erreicht: Hans Wenzl auf der Annapurna

Im Gegensatz zu den beiden Bergsteigern, mit denen er zum Gipfel der Annapurna aufbrach, wird Hans Wenzl ohne Erfrierungen von dem Achttausender im Westen Nepals heimkehren. Wie berichtet, erreichte der 51 Jahre alte Österreicher am vergangenen Donnerstag den 8091 Meter hohen Gipfel – und kehrte auch wieder wohlbehalten ins Basislager zurück. Es war Wenzls zehnter Achttausender, den er ohne Atemmaske bestieg.

Der Italiener Giampaolo Corona und der Schwede Tim Bogdanov, mit denen sich Hans im Aufstieg zusammengeschlossen hatten, erreichten zwar ebenfalls den Gipfel, mussten im Abstieg aber per Hubschrauber aus großer Höhe gerettet werden. Hans Wenzl hat nach seiner Rückkehr ins Basislager meine Fragen beantwortet.  

Hans, wann lässt du nach deinem zehnten Achttausender-Erfolg die Sekt- oder Kronkorken fliegen?

Zum Feiern habe ich erst Lust, wenn ich wieder in Kathmandu bin. Im Basislager war mir nicht danach zumute – zumal diesmal zwei meiner Freunde noch am Berg waren und wir nicht wussten, wie es für sie ausgeht.

Wie war das für dich, dort oben auf dem Gipfel auf 8091 Metern? Was ging dir durch den Kopf?

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Simone Moro vor Manaslu-Winterversuch: „Alle Optionen sind offen“

Simone Moro im Khumbu

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das scheint sich Simone Moro gedacht zu haben. Der italienische Bergsteiger ist so früh wie noch nie zu einer Winterexpedition im Himalaya aufgebrochen. Der 54-Jährige hält sich bereits im Khumbu-Gebiet, der Region um den Mount Everest auf. An der 6812 Meter hohen Ama Dablam will sich Simone für sein eigentliches Ziel akklimatisieren, das er – wie im vergangenen Winter – gemeinsam mit dem Spanier Alex Txikon realisieren will: die Winterbesteigung des 8163 Meter hohen Manaslu im Westen Nepals und nach Möglichkeit auch noch des 7992 Meter hohen vorgelagerten Pinnacle East.

Diese spektakuläre Traverse war erstmals den beiden Polen Jerzy Kukuczka und Artur Hajzer im November 1986 gelungen, also im Herbst. Auch die erste Winterbesteigung des Manaslu – ohne Traverse – ging auf das Konto von Polen: Maciej Berbeka and Ryszard Gajewski erreichten im Januar 1984 den Gipfel. 

Moro ist ein echter Winterspezialist: Ihm gelangen vier Wintererstbesteigungen von Achttausendern, so viele wie keinem anderen Bergsteiger: Shishapangma (2005), Makalu (2009), Gasherbrum II (2011) und Nanga Parbat (2016). Der Italiener hat meine Fragen beantwortet:

Simone, wie erlebst du Nepal aktuell – vor dem Hintergrund der nach wie vor andauernden Corona-Pandemie?

Hier fühlt es sich ruhig und sicher an. Und die Menschen sind optimistisch, was die kommende Saison angeht.

Du wirst dich bereits zum vierten Mal im Winter am Manaslu versuchen – die ersten drei Anläufe, 2015 (mit Tamara Lunger), 2019 (mit Pemba Gyalje Sherpa) und im vergangenen Winter (mit Alex Txikon) waren erfolglos. Was hast du aus diesen gescheiterten Versuchen gelernt?

Simone Moro am Manaslu
Simone im vergangenen Februar am Manaslu

Dass es bequemer wäre, die falsche Winter-Regel anzuwenden, die den 1. Dezember zum Winterbeginn erklärt, aber ich schummle nicht gerne. Alle drei bisherigen Versuche am Manaslu begannen nach dem 21. Dezember, und in den drei Wochen davor herrschte perfektes Wetter. Aber diese Tage gehören zum Spätherbst. Diesmal bin ich also hier, um mich in den wunderbaren ersten 20 Dezembertagen besser zu akklimatisieren, und dann gehe ich zum Manaslu-Basislager-Basislager.

In der Herbstsaison wurde viel über den „wirklichen“ Manaslu-Gipfel gesprochen, den die meisten Bergsteiger in den vergangenen Jahrzehnten nicht erreicht haben, weil sie auf einem der Vorgipfel stoppten. Wie wichtig ist es für dich, diesen allerhöchsten Punkt am Ende des Gipfelgrats zu erreichen?

Natürlich gibt es auf jedem Berg nur einen Hauptgipfel. Aber ich habe immer die Entscheidung eines jeden Bergsteigers respektiert. Niemand muss für die Meinung anderer ein zusätzliches Risiko eingehen. Aber gleichzeitig ist es wichtig, ehrlich zu erklären, welcher Punkt genau erreicht wurde.

Bist du wild entschlossen, im Erfolgsfall auch noch die Besteigung des Pinnacle East anzuschließen?

Manaslu (l.) und Pinnacle East (r.)

Ja, natürlich, je nachdem wie kalt und windig es sein wird. Aber ich würde gerne die erste Winterbesteigung des Pinnacle East und die zweite Besteigung überhaupt machen. Aber nicht um den Preis, dass ich dabei sterbe. Ich bin 54, und in meinem Alter sollte man normalerweise keine dummen oder Macho-Entscheidungen treffen. 

Du bereitest dich schon jetzt im Khumbu vor. Alex Txikon reist erst später an. Du dürftest also einen Vorsprung bei der Akklimatisierung haben. Seid ihr fest entschlossen, den Berg gemeinsam zu besteigen oder habt ihr auch die Option, unabhängig voneinander aufzusteigen? 

Alle Optionen sind offen. Das ist Ausdruck der großen Freiheit und Freundschaft mit Alex.

Der nepalesische Expeditionsveranstalter Seven Summit Treks behält sich die Option vor, in diesem Winter ein kommerzielles Team zum Manaslu zu schicken. Kannst du damit leben?

Die Berge gehören allen, deshalb kann ich nicht allen meine Wünsche oder meinen Stil aufzwingen. Ich werde versuchen, schnell zu sein, aber das Wetter wird entscheiden. Und ich werde in der Lage sein, mich an die Realitäten im Manaslu-Basislager anzupassen.

Graham Zimmerman: „Klimawandel macht hartes Klettern noch schwieriger“

Graham Zimmerman
Graham Zimmerman

Der Klimawandel macht auch Topbergsteigern immer häufiger einen Strich durch die Rechnung: Starke Niederschläge zu Zeiten, in denen es früher trocken war, hohe Temperaturen, wo man einst fror, Steinschlag und Lawinenabgänge. Graham Zimmerman gehörte zu jenen, die deswegen im vergangenen Sommer mit leeren Händen aus dem Karakorum zurückkehrten.

Zimmerman ist US-Amerikaner und Neuseeländer: Er wurde in Wellington geboren, seine amerikanischen Eltern kehrten in die USA zurück, als er vier Jahre alt war, Zimmerman studierte später in Neuseeland und lebt heute in Bend im US-Bundesstaat Oregon.

Der 35-Jährige gehört zu den besten Alpinisten der Welt. 2014 wurde er für seine neue Route über den Nordostpfeiler des Mount Laurens in Alaska (gemeinsam mit Mark allen) für den Piolet d’Or nominiert, 2020 erhielt er den „Oscar der Bergsteiger“ (gemeinsam mit Steve Swenson, Chris Wright und Mark Richey) für die Erstbesteigung des Siebentausenders Link Sar im Karakorum. Zimmermans Film über die Pioniertat im Sommer 2019 ist gerade erschienen (s. Video unten).

Graham hat meine Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das Bergsteigen an den höchsten Bergen der Welt antwortet.

Graham, im vergangenen Sommer hast du mit Ian Welstedt versucht, über eine neue Variante der Westgrat-Route den K2 zu besteigen, den zweithöchsten Berg der Welt. Auf 7000 Metern war Schluss, wegen der klimabedingten Verhältnisse am Berg. Wie genau sahen diese aus?

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Simon Messner zum Klimawandel: „Wir dürfen nicht mehr wegsehen!“

Simon Messner (r.) und Martin Sieberer (im Hintergrund der Broad Peak)
Simon Messner (r.) und Martin Sieberer (im Hintergrund der Broad Peak)

Der Klimawandel fällt auch den Bergsteigern vor die Füße. Immer häufiger hört und liest man von Topkletterern, deren Projekte scheitern, weil hohe Temperaturen selbst in größter Höhe für gefährliche Bedingungen sorgen. „Ich kann nicht behaupten, dass ich damit gerechnet habe, mir am zweithöchsten Gipfel der Erde einen Sonnenbrand zu holen“, schrieb der US-Amerikaner Graham Zimmerman mit einem Augenzwinkern, nachdem er und der Kanadier Ian Welstedt im Juli vergeblich versucht hatten, den K2 über den selten begangenen Westgrat zu besteigen. Die Lawinen- und Steinschlaggefahr war schlicht zu hoch.

Und auch der Südtiroler Simon Messner und der Österreicher Martin Sieberer kehrten Ende August mit leeren Händen aus dem Karakorum zurück, weil ihnen die Bedingungen am noch unbestiegenen 7134 Meter hohen Praqpa Ri, nahe dem K2 gelegen, einen Strich durch die Rechnung machten. „Zweimal blieben wir in tiefem Pulverschnee auf etwa 6.000 Metern Höhe stecken und mussten umkehren“, schrieb Simon Messner auf Facebook. Die Wetter-App habe auf 7000 Metern Temperaturen bis plus 10 Grad Celsius vorhergesagt, wunderte sich der 30 Jahre alte Sohn der Bergsteiger-Legende Reinhold Messner. Simon hat meine Fragen beantwortet.

Simon, ihr wart während der Corona-Pandemie auf Expedition in Pakistan. Wie besonders waren die Umstände?

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Ex-NFL-Profi Mark Pattison: „Ich bin bereit für den Everest“

Mark Pattison
Mark Pattison

Auf seiner Homepage läuft ein Countdown. Noch rund drei Wochen, dann wird der frühere Football-Profi Mark Pattison nach Nepal fliegen, um den Mount Everest und direkt anschließend den Lhotse zu besteigen – mit Flaschensauerstoff. Gelingt es ihm, den höchsten Gipfel der Erde zu erreichen, wäre der 59-Jährige der zweite Ex-Profi der nordamerikanischen Football-Liga NFL, der die Seven Summits komplettiert, die Sammlung der höchsten Berge aller Kontinente. Der Erste war 2019 Craig Hanneman, der in den 1970er Jahren sein Geld als Profi in der NFL verdient hatte.

Pattison spielte in den 1980er Jahren als Wide Receiver (Passempfänger des Quarterbacks oder anderer Passgeber) bei den NFL-Klubs Los Angeles Raiders und New Orleans Saints. Nach dem Karriere-Ende wurde Mark ein erfolgreicher Geschäftsmann. Heute ist er Vorstandsmitglied der Zeitschrift Sports Illustrated und Motivationsredner. Er produziert einen eigenen Podcast mit dem Titel „Finding your summit“ (Finde deinen Gipfel).

Sechs der Seven Summits bestiegen

Pattison on Denali
Auf dem Denali

Zum Bergsteigen fand Pattison vor zehn Jahren in einer persönlichen Krise: Er trennte sich von seiner langjährigen Ehefrau, sein Vater starb nach einem schweren Schlaganfall. Mark setzte sich ein neues Ziel: die Besteigung der Seven Summits. Los ging es 2013 mit dem Kilimandscharo (den höchsten Berg Afrikas bestieg Mark 2017 ein weiteres Mal). Es folgten 2014 der Elbrus (höchster Berg Europas), 2015 der Mount Kosciuszko (Australien), 2016 der Aconcagua (Südamerika), 2018 der Denali (Nordamerika) und 2019 der Mount Vinson (Antarktis). Nun also will er auf den 8849 Meter hohen Mount Everest und hinterher als Sahnehäubchen noch innerhalb von 24 Stunden auf den 8516 Meter hohen benachbarten Lhotse.

Mark, sechs der Seven Summits hast du bereits bestiegen, nun versuchst du dich am höchsten aller Berge. Mit welchem Gefühl startest du in die Expedition?

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Gerlinde Kaltenbrunner wird 50: „Ich würde es wieder so machen“

Gerlinde Kaltenbrunner
Gerlinde Kaltenbrunner

„Mit der Corona-Pandemie bin ich bisher ganz gut klargekommen“, erzählt mir Gerlinde Kaltenbrunner. „Ich habe das große Glück, dass wir auf dem Land leben. Direkt hinter dem Haus fängt der Wald an. Ich habe mich immer bemüht, viel an der frischen Luft zu sein und das Immunsystem zu stärken.“ Die Österreicherin war 2011 mit ihrem Erfolg auf der chinesischen Nordseite des 8611 Meter hohen K2 die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestieg. 2017 gelang dies auch der Italienerin Nives Meroi.

In den vergangenen Jahren ist es um Gerlinde ruhiger geworden. Mit ihrem Partner, dem Yoga-Lehrer Manfred Jericha, lebt sie am Attersee in Oberösterreich. Gemeinsam bieten sie Yoga-Kurse und -Reisen an. Auch als Vortragsrednerin ist Kaltenbrunner nach wie vor gefragt. An diesem Sonntag wird sie 50 Jahre alt.    

Gerlinde, ein halbes Jahrhundert, wie fühlt sich das für dich an? 

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Sophia Danenberg: „Zahl schwarzer Bergsteiger wird exponentiell steigen“

Auf dem höchsten Punkt der Erde im Mai 2006

Beinahe hätte sie das Gipfelfoto vergessen. Als Sophia Danenberg am 19. Mai 2006 um sieben Uhr morgens gemeinsam mit den Brüdern Panuru und Mingma Chhiring Sherpa den Gipfel des Mount Everest erreichte, waren sie allein auf dem Dach der Welt. Es sei windig gewesen, nur die Gipfel der umliegenden Bergen hätten sich über die Wolkendecke erhoben, erinnerte sich Sophia kürzlich in einem Interview des US-Technologieportals „GeekWire“: „Es ist seltsam, wirklich über allem zu stehen. Ich war jedoch total darauf fokussiert, wieder nach unten zu kommen. Wäre Panuru nicht gewesen, hätte ich wahrscheinlich vergessen, ein Foto zu machen.“ Die Afroamerikanerin war die erste schwarze Bergsteigerin auf dem Gipfel des Mount Everest – was sie erst am Berg erfuhr.

Danenberg wuchs in Chicago auf. An der renommierten Universität Harvard schloss sie ihr Studium in Umweltwissenschaften und Public Policy mit Auszeichung (Magna Cum Lauda) ab. In ihrer Studienzeit erwachte ihre Liebe zum Bergsteigen. Im November 2005, ein halbes Jahr vor ihrer Everest-Besteigung, stand sie auf dem Gipfel der nahegelegenen Ama Dablam (6814 Meter). Neben dem Everest bestieg Sophia drei weitere der Seven Summits, der höchsten Berge aller Kontinente: den Aconcagua (6962 Meter, Südamerika), den Denali (6194 Meter, Nordamerika) und den Kilimandscharo (5895 Meter, Afrika).

Heute lebt die 48-Jährige in Seattle. Für den US-Luftfahrtkonzern Boeing analysiert sie die internationale Umweltpolitik und hält Kontakt zu internationalen Unternehmen und Organisationen. Im Rahmen meiner Berichte über die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA habe ich Sophia einige Fragen geschickt.

Sophia, du hast 2006 als erste schwarze Bergsteigerin den Gipfel des Mount Everest erreicht. Was hat dich damals dorthin gezogen?

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Sergi Mingote: „Wir müssen das Virus besiegen“

Sergi Mingote

Hälfte zwei muss noch warten. Eigentlich hatte Sergi Mingote geplant, in diesem Frühjahr sein ambitioniertes Projekt fortzusetzen: alle 14 Achtausender ohne Atemmaske in 1000 Tagen. Doch die Corona-Pandemie machte dem 49 Jahre alten Spanier einen Strich durch die Rechnung. Statt in Nepal Berge zu besteigen, musste Sergi zu Hause in der Kleinstadt Parets del Valles nahe Barcelona bleiben – mit extrem eingeschränkter Bewegungsfreiheit, wie alle Menschen in dem von der Pandemie besonders hart getroffenen Land.

Für die ersten sieben Achttausender ohne Atemmaske benötigte Sergi nur 444 Tage. 2018 stand der Katalane auf den Gipfeln von Broad Peak, K2 und Manaslu, 2019 auf LhotseNanga ParbatGasherbrum II und Dhaulagiri. Am Ende von Sergis Projekts sollte eigentlich im Mai 2021 der Mount Everest stehen. Mingote hat den höchsten Berg der Erde bereits zweimal bestiegen, beide Male allerdings mit Atemmaske: 2001 über die tibetische Nordseite, 2003 über die nepalesische Südseite des Bergs. Den Zeitplan seines Projekts muss er jetzt überarbeiten.

Sergi, in Spanien galt wegen der Corona-Pandemie eine der strengsten Ausgangssperren weltweit. Wie bist du damit klargekommen?

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Chris Bonington: „Coronavirus ist eine Art Weckruf der Natur“

Chris Bonington

Er ist ein bescheidener Ritter. Eigentlich könnte Sir Chris Bonington seine Nase hoch tragen. Schließlich schlug ihn Königin Elizabeth II. 1996 wegen seiner großen Verdienste um das britische Bergsteigen zum Ritter. Doch Chris trägt weder seine Nase hoch noch seinen Titel vor sich her. Bonington ist sich treu geblieben, hat die Bodenhaftung nie verloren – trotz seiner vielen Erfolge als Bergsteiger (u.a. Erstbesteigungen des Ogre (7285 Meter) in Pakistan, des Kongur (7649 Meter) in China und des Changabang (6864 Meter) in Indien) und als Expeditionsleiter (u.a. Erstbegehungen der Annapurna-Südwand 1970 und der Everest-Südwestwand 1975).

Ich habe mich gefragt, wie es dem 85-Jährigen wohl in Zeiten des Corona-Lockdown geht. Ich erreichte ihn in seinem Haus in Caldbeck in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands.

Chris, wie an alle in diesen seltsamen Tagen der Corona-Krise lautet die erste Frage: Wie geht es dir?

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Simone Moro: „Das Coronavirus ist wie russisches Roulette“

Simone Moro
Simone Moro

Mal überfällt er seine Opfer, mal schleicht er sich an – der Tod hat viele Gesichter. Im Januar sprang ihm der italienische Bergsteiger Simone Moro gerade noch von der Schippe. Am Achttausender Gasherbrum I in Pakistan stürzte der 52-Jährige 20 Meter tief in eine Gletscherspalte. Seine Partnerin Tamara Lunger aus Südtirol konnte den Sturz mit dem Seil bremsen. Nach zwei Stunden kroch Simone wieder über den Spaltenrand. Beide zogen sich leichte Verletzungen zu, beendeten ihre Winterexpedition und kehrten nach Italien zurück.

Was Moro in seiner Heimatstadt Bergamo in diesem März erwarten würde, konnte er da noch nicht ahnen. Bergamo steht aktuell weltweit stellvertretend für die tödliche Gefahr durch das Coronavirus: In der Provinz um die norditalienische Stadt sterben derzeit täglich zwischen 100 und 120 Menschen an dem Covid-19-Virus. Simone hält sich in Südtirol auf, wo er meine Fragen beantwortet hat.

Simone, die wichtigste Frage in diesen Tagen des Coronavirus zuerst: Wie geht es dir?

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Dawa Yangzum Sherpa: „Viele Bergsteigerinnen aus Nepal tauchen nach dem Everest wieder ab“

Dawa Yangzum Sherpa hat bereits drei Achttausender bestiegen

Am heutigen Sonntag ist Weltfrauentag. Auch in Nepal. Im Höhenbergsteigen haben nepalesische Frauen weiterhin einen schweren Stand. Die gebürtige Nepalesin Lhakpa Sherpa, die in den USA lebt, steht mit neun Gipfelerfolgen als erfolgreichste Frau am Mount Everest im Guinness-Buch der Rekorde. In diesem Frühjahr will sie von der nepalesischen Südseite aus zum zehnten Mal den Gipfel erreichen. Doch auch die 46-Jährige hat es schwer, Sponsoren zu finden. Um ihr Projekt finanzieren zu können, hat Lhakpa eine Crowdfunding-Aktion gestartet.

Seitdem Pasang Lhamu Sherpa am 22. April 1993 als erste Nepalesin den Gipfel des Everest erreichte (sie starb beim Abstieg am 8749 Meter hohen Südgipfel), gingen nach Angaben der Bergchronik Himalayan Database 66 Besteigungen auf das Konto von Frauen aus Nepal – die Hälfte davon in den vergangenen vier Jahren.

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